Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen von Salvador Dalí
Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen von Salvador Dalí

Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen von Salvador Dalí

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Autor: Dalí
Titel: Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen
Titel (Englisch): Dream Caused by the Flight of a Bee Around a Pomegranate a Second Before Awakening
Originaler Standort: Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, Spanien
Anno: 1944
Stil: Surrealismus

Dieses 1944 von Salvador Dalí geschaffene Gemälde stellt eine der raffiniertesten Manifestationen des Surrealismus dar, jener künstlerischen Bewegung, die darauf abzielte, die verborgenen Bilder des Unbewussten freizulegen und jenes ambivalente Terrain zu erkunden, in dem Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. In diesem Werk dringt der spanische Künstler in jenen mentalen Raum vor, in dem sich die Logik des Alltags auflöst und die Vorstellungskraft eine nahezu visionäre Intensität annimmt – ganz im Sinne der von André Breton formulierten Prinzipien, für den die Kunst zu einem privilegierten Zugang zu den Tiefen der Psyche werden sollte.

Die Komposition entfaltet sich aus einer Reihe symbolischer Elemente von dichter poetischer Spannung: der in der Luft schwebende Granatapfel, die Tiger, die mit feliner Gewalt hervorbrechen, und der Elefant mit übermäßig langen Beinen, der wie eine unmögliche Erscheinung voranschreitet. Diese Motive, mit der für den Künstler charakteristischen beinahe mikroskopischen Präzision angeordnet, formen eine Szene, in der Fantastisches und Wirkliches bewusst ineinander übergehen. Das Gemälde verweist auf die Weise, in der äußere Reize – etwa ein Geräusch oder ein nahegelegener Gegenstand – in den Traum eindringen und komplexe mentale Bilder auslösen können.

Diese Erforschung mentaler Landschaften und unerwarteter Assoziationen findet eine interessante Parallele im Werk des surrealistischen Malers Yves Tanguy. In seinem Gemälde „Der Tod, der seine Familie bedroht“ (englisch: „Death Watching his Family“) entwickelt Tanguy ein ebenso traumhaftes Universum, bevölkert von mehrdeutigen Formen und stillen Erscheinungen, die aus einem unbestimmten psychischen Raum hervorzutreten scheinen. Obwohl sich Dalí und Tanguy in ihrer formalen Herangehensweise unterscheiden – ersterer neigt zu einem minutiösen und narrativen Illusionismus, während letzterer eher zu abstrakten und biomorphen Landschaften tendiert –, teilen beide das surrealistische Ziel, die Prozesse des Unbewussten visuell zu materialisieren. In diesem Sinne lassen sich Dalís präzise und beinahe filmische Visionen als eine figurative Ausprägung desselben Impulses verstehen, der Tanguy dazu veranlasste, mentale Räume zu entwerfen, in denen die Logik des Traums diejenige der Realität ersetzt.

Mit seinem technischen Virtuosentum und seiner Fähigkeit, das Irrationale sichtbar zu machen, verwandelt Dalí einen flüchtigen Moment der Traumwelt in eine malerische Vision von außergewöhnlicher Intensität, in der das Fantastische als unerwartete Erweiterung unserer eigenen Wirklichkeit erscheint.