Metamort und Flambeau – Rosa Bonheur

Metamort und Flambeau – Rosa Bonheur

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Autor: Rosa Bonheur
Titel: Metamort und Flambeau
Titel (Englisch): Metamort und Flambeau
Originaler Standort: Private Sammlung
Anno: 1860–1890

In Metamort und Flambeau (wahrscheinlich irgendwann zwischen 1860 und 1880 gemalt) verewigt Rosa Bonheur zwei Jagdhunde in einer Komposition, die auf den ersten Blick schlicht erscheint, aber ein tiefes anatomisches und expressives Verständnis der Tiere offenbart. Das Werk zeigt die beiden Hunde in unterschiedlichen Haltungen: einer steht, mit aufrechter und aufmerksamer Haltung, der andere liegt, mit erhobenem Kopf, in einer ruhigen, aber erwartungsvollen Pose. Diese Anordnung schafft ein visuelles Gleichgewicht, in dem Vertikalität und Horizontalität einander ergänzen und so eine Harmonie entsteht, die die natürliche Eleganz der Hunde unterstreicht.

Bonheur bleibt dem Realismus treu und vermeidet jede Idealisierung, indem sie Metamort und Flambeau (zwei englische Pointer) mit wissenschaftlicher Präzision darstellt und dabei die Textur ihres Fells und den Aufbau ihrer Muskulatur respektiert. Das subtile Licht, das weiche Schatten auf den Boden wirft, verstärkt die Dreidimensionalität der Körper, während der neutrale Hintergrund den Fokus ohne unnötige Ablenkungen auf die Protagonisten lenkt. Die Künstlerin verfolgt in diesem Gemälde einen nüchternen und objektiven Ansatz, beeinflusst von ihrer akribischen Beobachtung der natürlichen Welt.

Der malerische Realismus, dessen bedeutendste Vertreterin Bonheur im Bereich der Tiermalerei war, entstand als Reaktion auf die akademische Kunst und deren Ideale künstlicher Schönheit. In diesem Gemälde ist zu erkennen, wie sich die Künstlerin von der traditionellen Symbolik der Hunde in der westlichen Malerei entfernt, in der sie oft für Treue oder Adel standen. Stattdessen zeigt sie sie als das, was sie wirklich sind: funktionale Tiere, mit würdevoller Präsenz, aber ohne allegorischen Zierrat.

Mit diesem Werk und anderen wie „Studie von zwei Hunden“, „Ein Limier-Briquet-Schweißhund“ oder dem berühmten „Barbar nach der Jagd“ eröffnet Bonheur einen neuen Blick auf die natürliche Darstellung der Tierwelt und beeinflusst damit nachfolgende Künstler, die ebenfalls das Verhältnis zwischen Mensch und seinen tierischen Gefährten erforschten.