Martin, ein Terrier – Rosa Bonheur

Martin, ein Terrier – Rosa Bonheur

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Autor: Rosa Bonheur
Titel: Martin, ein Terrier
Titel (Englisch): Martin, ein Terrier
Originaler Standort: Private Sammlung
Anno: 1879

In "Martin, ein Terrier" präsentiert uns Rosa Bonheur ein Porträt, in dem der Hütehund der einzige Protagonist ist, ohne weitere Ablenkung als einen neutralen Hintergrund in goldenen Tönen, der die Wärme seines Fells hervorhebt. Ihr detaillierter und präziser Pinselstrich konzentriert sich auf die Fellstruktur, mit Strähnen, die im Licht zu tanzen scheinen, und verbindet dunkle und helle Töne, um Volumen und Tiefe zu schaffen. Anders als bei anderen Tierporträts jener Zeit, in denen Hunde oft in Jagdszenen oder in Begleitung ihrer Besitzer dargestellt wurden, wählt Bonheur einen nahen, fast feierlichen Bildausschnitt, der das Tier an sich würdigt und ihm Charakter verleiht. Dieses Werk ist Teil einer Serie von drei beeindruckenden Porträts von Hütehunden, neben Brizo und Tayo.

Der Realismus in diesem Gemälde entspringt nicht nur einem ästhetischen Bedürfnis, sondern auch tiefem Respekt für die Tiere, die das ländliche Leben begleiteten. In einer Zeit, in der die Stadt vorrückte und die Welt sich zunehmend vom Land entfernte, betonte Bonheur die Bedeutung dieser Hunde im Alltag der Landbevölkerung. Ihr Ansatz beeinflusste spätere Tierdarstellungen, insbesondere den Naturalismus des 20. Jahrhunderts, der bestrebt war, das Wesen und die Funktion jeder Art ohne Idealisierung einzufangen.

Auf dieser Leinwand porträtiert Bonheur keinen gewöhnlichen Hund, sondern einen unermüdlichen, treuen Gefährten, der für das Leben des Menschen unentbehrlich ist. Ihre Wahl erdiger Farben und der gezielte Einsatz von Licht verstärken das Gefühl von Nähe und Wärme, sodass der Betrachter das Gefühl hat, einem Tier gegenüberzustehen, das nicht nur gemalt, sondern in seiner ganzen Würde verstanden wurde.