Der Verzweifelte – Gustave Courbet

Der Verzweifelte – Gustave Courbet

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Autor: Courbet
Titel: Der Verzweifelte
Titel (Englisch): Der verzweifelte Mann
Originaler Standort: Private Sammlung
Anno: 1844–1845

Zwischen 1843 und 1845 malte Gustave Courbet „Der Verzweifelte“, ein Selbstporträt, das tiefe Angst vermittelt – zu sehen in seinen weit aufgerissenen Augen und den Händen, die verzweifelt in sein Haar greifen. Dieses Werk, entstanden in seinen ersten Jahren in Paris, bringt die inneren Sorgen und Kämpfe des jungen Künstlers präzise zum Ausdruck.

Auch wenn der genaue Ort, von dem aus das Bild gemalt wurde, aufgrund der städtebaulichen Umstrukturierung von Paris schwer festzustellen ist, weiß man, dass Courbet in der Rue de la Harpe Nr. 89 wohnte – eine Adresse, die heute irgendwo am Boulevard Saint-Michel im Quartier Latin liegt. Die Rue de la Harpe war ein Zentrum von Aufständen und Protesten, voller Barrikaden während der Pariser Kommune. In diesem Umfeld schloss Courbet eine enge Freundschaft mit dem berühmten Anarchisten Pierre-Joseph Proudhon.

Dieses Selbstporträt ist einzigartig in seiner emotionalen Intensität, und es sind keine weiteren Versionen des Werks bekannt. Der aus Ornans stammende Künstler, ein Meister des Realismus, komponiert diese Szene meisterhaft – und ist seiner Zeit voraus, indem er mit locker gesetzten Pinselstrichen, die Gesicht und Hals modellieren, bereits einen Hauch von Impressionismus andeutet. Besonders auffällig sind die Lichtreflexe, das intensive Weiß am Ärmel seines linken Arms, das die Falten des Hemdes fast auslöscht – eine Technik, die Sorolla später für das Strahlen der Strände von Valencia meisterhaft nutzen sollte.

Courbet gilt als der wichtigste Vertreter des Realismus, einer Bewegung, die als Gegenreaktion zur Romantik entstand und das Ziel verfolgte, die Realität ohne Idealisierung darzustellen. Der Verzweifelte geht seinen reiferen Werken voraus und hat zahlreiche Künstler beeinflusst, die sich mit emotionalem Ausdruck und der authentischen Darstellung der menschlichen Existenz auseinandergesetzt haben, wie etwa im Fall von Der Schrei von Edvard Munch.